April 2018

 

Altes Wissen und bunte Blumen

 

 

Auch dieses Jahr fand die botanische Führung anlässlich des Kirschblütentages von Janina Lang viel Interesse. Im Mittelpunkt standen Pflanzenfamilien.

Auf unserer Wanderung haben uns besonders die mannigfaltigen Arten aus der Familie der Hahnenfußgewächse beeindruckt, zu denen viele typische Frühblüher wie die Buschwindröschen (Anemone nemorosa) , das gelbe Windröschen (Anemone ranunculoides)) und die typischerweise mit gelbem leuchtenden Fettglanz auffallenden Blüten des Scharbockskrautes (Ranunculus ficaria) und der Sumpf-Dotterblumen (Caltha palustris) gehören. Auch die Gattung „Hahnenfuß“ mit dem typischen Frühjahrsblüher „Gold-Hahnenfuß“ (Ranunculus auricomus) und den gerade erscheinenden Arten wie „Scharfem Hahnenfuß“ (Ranunculus acris) sowie „Knolligem Hahnenfuß“ (Ranunculus bulbosus) waren zu bestaunen. Alle Hahnenfußgewächse enthalten Protoanemonin und sind daher giftig.

Es war spannend zu erfahren, dass sich viele der altbekannten Namen der Pflanzen aus ihrem Verwendungszweck herleiten lassen. So hat sich der Begriff Butterblume aus der Butterherstellung ergeben. Die Blüten der meist giftigen Hahnenfußgewächse verliehen dem so beliebten Nahrungsmittel ihre schöne gelbe Farbe.

Wildpflanzen haben in der Vergangenheit immer eine besondere Bedeutung gehabt. Sie waren eine willkommene Ergänzung der kargen, vitaminarmen Kost der armen Landbevölkerung. Ja, sie können sogar Mangelerscheinungen bekämpft wie den zu Entdeckerzeiten häufig tödlich endenden Skorbut.  Die jungen Blätter des Scharbockskrauts wirken aufgrund ihres hohen Vitamin-C Gehaltes dieser Krankheit entgegen. Einige Quellen sehen in den Namen Scharbock die altertümliche Bezeichnung für Skorbut.  

Selbst die archaischen wirkenden Sporenträger des vielseitig einsetzbaren Schachtelhalms waren schon zu sehen. Diese sind im Gegensatz zu den später erscheinenden infertilen Sprossen, bleich, da sie kein Chlorophyll enthalten. Die Schachtelhalme sind überlebende Fossilien. Sie prägten bereits die Steinkohlewälder des oberen Devons. Die blutstillende Wirkung kannten schon die alten Griechen. Pfarrer Kneipp nutzte seine entzündungshemmenden Wirkstoffe, die Hausfrauen benutzen das kieselsäurehaltige Gewächs zum Reinigen des Zinns. Als natürliches Pflanzenschutzmittel erfreut sich die Pflanze heute zunehmender Beliebtheit.

Wildpflanzen genießen heißt vor allem, giftige Pflanzen von essbaren zu unterscheiden. Dieses Wissen ist leider zunehmend in Vergessenheit geraten. Heute werden vielerorts professionelle Wildpflanzenführungen angeboten. Dieses Angebot empfiehlt sich auf jeden Fall für Interessierte, die sich nur wenig mit Pflanzen beschäftigt haben. Aus Sicht des Naturschutzes sollte jedoch bedacht werden: Intakte Flächen mit einer besonderen Artenvielfalt sind zu seltenen Kleinoden geworden, die es zu bewahren gilt. Daher sollte das Wildsammeln von Kräutern mit Bedacht erfolgen. Vorzugsweise sollten Wildkräuter im eigenen Garten gesammelt werden. Auch die Duldung einiger „Unkräuter“ im eigenen Garten trägt immens zum Artenschutz bei. „Unkräuter“ wie beispielsweise Knoblauchsrauke oder Brennnesseln sind als Raupenfutterpflanzen geradezu überlebenswichtig für viele Schmetterlingsarten.

Machen Sie uns stark

spenden

Naturschutzjugend

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene machen "action for nature" Mehr